Tour durch den Südwesten der USA im Herbst 2013
11.10.2013 - 15.Tag Honanki Heritage Site |
Wir waren immer noch mitten im
Shutdown.
Bei unseren nächsten beiden Zielen hatte ich Null
Ahnung, ob sie trotzdem erreichbar sind. Gleich hinter
Sedona, wenn man den Teer Richtung Palataki und Honanki
verlässt, stand ein Schild mit dem Hinweis, dass Palatki
dicht wäre. Hmm von Honanki stand da nix. Egal zur
Not schauen wir uns die Gegend an.
Wir fuhren trotzdem zu Palatki, da wir eh fast daran
vorbei mussten. Tatsächlich alles verrammelt.
Der Weg nach Honanki wurde immer schlechter. Wir
begegneten Leuten mit PKW und wissen bis heute nicht, wie
die da gefahren sind.
Bei Honanki hatten wir mehr Glück, denn die hatten
tatsächlich offen. Komisch war das schon, denn Palatki
und Honanki stehen unter der Verwaltung des Forest
Service und die feierten ja auch den Shutdown.
Große Überraschung, die Firma Pink Jeep Tours aus Sedona,
die den lieben langen Tag mit ihren pinken Jeeps
Touristen durch die Gegend kutschieren haben Honanki
geöffnet. Keine Ahnung, wie sie das gemacht haben und
wer da mit wem schlafen musste, wir fanden das geil und
haben uns bei der Vertreterin von Pink Jeep Tours vor
Ort artig bedankt. Eintritt fiel keiner an, nicht mal
den National Park Pass, der hier sonst gilt, wollte die
nette Tante sehen. Nöö sie bat uns nur, hinterher in ein
ausgelegtes Gästebuch was zu schreiben.
Später erfuhren wir, das Pink Jeep Tours hier ganz
offiziell die Honanki Heritage Site betreibt. |
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Vom Parkplatz bis zu den Ruinen der Honanki Heritage Site
geht man nur 300 Meter.
Bei den Ruinen waren gerade zwei kleine Reisegruppen
unterwegs. Jo die Fahrer von Pink Jeep Tours übernahmen
hier vor Ort auch die Führungen durch die Ruinen. Wir
zogen es vor uns das alleine anzugucken.
Ach Thema Fahrer...die trugen alle Knarren. Hmmm ist die
Gegend hier so gefährlich? Wir hatten plötzlich Schiss.
Treibt hier der böse Buhmann aus meinen Träumen in der
Kindheit sein Unwesen, oder ist das hier, wo der böse
Wolf die Großmutter und die sieben Geißlein gefressen
hat.
Mist unsere Taschenmesser lagen beim Futter im Auto.
Ach... wir gingen dann einfach so weiter. In der Not
lass ich mich einfach auf den Wolf fallen und dann
gibt's heute Abend gegrillten Wolf. Wie, was? Ja ich hab
meine Pillen genommen. |
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Erster Eindruck von den Ruinen,
alles wirkte recht natürlich, also nicht verfallen bis
zum geht nicht mehr, aber auch nicht tot saniert. Die
Ruinen liegen am Fels sehr geschützt und auch relativ
abseits von der Zivilisation, so dass Honanki von
Vandalen weitestgehend verschont blieb. |
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Honanki, was Bärenhaus bedeutet, war
von etwa 1100 - 1300 unserer Zeitrechnung von den
Sinagua, den Vorgängern der Hopi Indianer bewohnt. Die
Sinagua waren diejenigen, die den Großteil gebaut haben.
Dieses Pueblo bestand mal aus etwa 70 Räumen und war
damit das Größte in der Gegend.
Nach den Sinagua zogen hier die Yavapai und später die
Apachen ein und nahmen jeweils kleine bauliche
Veränderungen vor.
An einer Stelle von Honanki sieht man ganz deutlich am
Fels, dass es hier mal gebrannt haben muss. Wir hörten
wie ein Fahrer von Pinktours von einem Feuer erzählte.
Die Indiander haben danach die Steine der ausgebrannten
Räume genutzt um an einer anderen Stelle im Pueblo neue
Hütten zu bauen. Man erkennt das deutlich an den immer noch
schwarzen Steinen in der Ruine.
Thema Kunst...ui keine Angst, ich halte keinen Vortrag,
aber irgendwas Schlaues muss ich doch erzählen, oder
wenigstens so tun.
Die Pictographs sind ein Gemeinschaftswerk der Sinagua
und dem Yavapai. Ist halt wie im richtigen Leben, einer
schmiert ´ne Hauswand voll, kommen andere und machen
weiter. |
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Auch die Pictographs waren hier
extrem gut erhalten. Sie wirkten fast plastisch auf uns,
als wenn die dicke Lackfarbe gerade erst trocken war.
Die Zeichnungen hier machten sogar Sinn, eindeutig
Jagdszenen. |
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Honanki war Klasse. Falls ihr euch
das auch mal anschauen wollt, denkt daran, die
Schotterpiste hierher kann richtig beschissen sein.
Foto - Ah Blasmusik. Da fallt mir was ein, muss ich euch
erzählen. Ja hab heute meinen Sabbeltag und keinen
Friseur, dem ich das erzählen kann.
Ich bin doch Ossi. Nach der Wende machte hier im Ort das
"Every Night" auf, was angeblich bei Männern mit Druck
auf der Flöte....na die nach Erotik verlangten, sehr
beliebt war. Wir wohnten damals noch in einem Mietshaus
mit sechs Parteien. Wir konnten alle gut miteinander,
grillten und klönten miteinander uns was weiß ich. Wir
Männer fanden das Thema Every Night spannend. Nun hatten
wir auch alle Kinder und die mussten ja nicht alles
wissen. Toni damals noch im Kindergarten horchte zu und
schnappte paar Worte auf. Na jedenfalls, wenn man ihn
dann fragte, was das "Every Night" ist, antwortete er:
"Da gibt's Blasmusik". |
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